Straßenkampf in Dresden: Gemälde von Julius Scholtz, 1849
"Seine Energie ist im Sachsenland eine unerhörte
Erscheinung": Wie der Armenanwalt Samuel Tzschirner 1849 in der Deutschen
Revolution zum Volkstribun wurde. Ein Artikel von Christian Jansen aus der "Zeit" vom 8.7.2012.
Es ist eines der entscheidenden Daten, einer der Wendepunkte
der deutschen Geschichte: Am 3. April 1849 lehnte der preußische König Friedrich
Wilhelm IV. in Berlin die Kaiserkrone ab, die ihm eine Delegation der Deutschen
Nationalversammlung angeboten hatte. Konstitutioneller Monarch eines
demokratisch vereinigten Deutschlands wollte er, der König »von Gottes Gnaden«,
nicht sein, die Kaiserwürde wies er zurück, da an ihr der »Ludergeruch der
Revolution« hafte.
Rückblickend fragt man sich allerdings, wie die Versammlung
kluger Männer, die seit dem Mai 1848 in der Frankfurter Paulskirche tagte und
dort unter anderem die Verfassung für das neue Reich ausgearbeitet hatte,
überhaupt auf die Idee kommen konnte, ausgerechnet den psychisch schwer
gestörten preußischen König zum »Kaiser der Deutschen« machen zu wollen, zumal
seine Verachtung aller modernen politischen Ideen – ob Liberalismus, ob
Demokratie, ob Verfassungsstaat – hinlänglich bekannt war. Sicher galt die
normative Kraft des Faktischen als wichtigstes Argument für diese Entscheidung:
Preußen war in dem »kleindeutschen« Reich (ohne die Habsburgermonarchie), das
die Mehrheit in der Nationalversammlung wollte, die einzige Großmacht.
Seit November 1848 jedoch befand sich in Berlin – ebenso wie
in Wien – die Revolution in der Defensive. Der große Aufbruch stand kurz vor
dem Scheitern. Das Militär unterstützte überwiegend loyal die Fürsten, und alle
Versuche, eine revolutionäre Gegenmacht zu schaffen, schlugen fehl. Insofern
war die Wahl des preußischen Königs zum Kaiser der Deutschen am 28. März 1849
in der Paulskirche selbst schon ein Ausdruck des Wunschdenkens gewesen – als könnte
man das Haupt der Gegenrevolution durch eine solche »Rangerhöhung« auf die
eigene Seite ziehen.
Die verbliebenen Bastionen des Freiheitskampfes lagen
jenseits von Preußen und den Habsburger Landen im Dritten Deutschland, in den
Mittel- und Kleinstaaten des Deutschen Bundes. Immerhin 29 der gut 40 Staaten
hatten die Reichsverfassung unter dem Druck der öffentlichen Meinung
angenommen. Allerdings fehlten darunter neben den beiden Großmächten die
Königreiche Hannover, Bayern – und Sachsen, der ökonomisch am weitesten
entwickelte deutsche Staat. Wie Preußens König, so weigerte sich Friedrich
August II., die Reichsverfassung zu akzeptieren. Daraufhin kam es im Frühjahr
1849 zu einer blutigen Erhebung: dem Dresdner Maiaufstand.
Diese dramatische Eskalation war abzusehen gewesen. Sachsen
prosperierte, die Bürger verlangten eine Beteiligung an der Macht. Auch die
entstehende Arbeiterklasse formierte sich als eigenständige Kraft; in jenen
Tagen wurde das Königreich zur Wiege der Arbeiterbewegung in Deutschland. Schon
vor der Revolution hatte es hier zahlreiche demokratisch-republikanische
Organisationen gegeben wie Robert Blums Leipziger »Redeübungsverein«. So waren
in Sachsen die Demokraten in der Lage, die Unzufriedenheit der Unterschichten
in konkrete politische und soziale Forderungen zu übersetzen und sich zusammen
mit den liberalen Oppositionsführern im Landtag an die Spitze der Revolution zu
stellen. Robert Blum und Karl Biedermann – ein Demokrat und ein Liberaler –
führten hier die Achtundvierziger-Bewegung an.
Als Blum am 9. November 1848 in Wien erschossen wurde und in
Preußen und Österreich die Revolution bereits entscheidend geschlagen war,
stand die in ganz Sachsen bestens organisierte demokratische Volkspartei mitten
im Wahlkampf. Es ging um die erste demokratische Wahl eines Landtags. Da blieb
die Wiener Tragödie nicht ohne Eindruck, und die Volkspartei fuhr einen
überwältigenden Sieg ein: Von den 75 Abgeordneten der zweiten Kammer des
sächsischen Landtags waren 66 (also 88 Prozent) Demokraten! Hinzu kamen sieben
Liberale und zwei Konservative. Aber da im Konstitutionalismus der Monarch die
Regierung beruft, hatte dieser überwältigende Wahlsieg keinen unmittelbaren
Einfluss auf die Regierungsbildung.
Im wohl radikalsten frei gewählten deutschen Landtag aller
Zeiten fand sich auch eine Strömung als starke Minderheit vertreten, die
ansonsten in der Revolution von 1848/49 vor allem außerparlamentarisch eine
Rolle spielte. Es waren jene entschiedenen Demokraten und Republikaner, die auf
eine zweite Revolution setzten und denen die Suche nach Kompromissen mit den
Liberalen und nach einer realpolitischen Strategie gegen die wieder erstarkten
reaktionären Kräfte sinnlos erschien. Ihr profiliertester Vertreter im Dresdner
Landtag war der Advokat Samuel Erdmann Tzschirner.
Vor genau 200 Jahren, am 29. Juni 1812 in Bautzen zur Welt
gekommen, stammte Tzschirner wie so viele Radikale der Zeit aus einer
verarmenden Handwerkerfamilie. Sein Vater war ein Strumpffabrikant, der
allerdings mit dem ökonomischen Strukturwandel nicht Schritt halten konnte und
später von der städtischen Armenunterstützung leben musste. Zu Tzschirners
Jugend und insbesondere zu der wichtigen Frage, warum er trotz der Armut der
Familie in Leipzig Jura studieren konnte, lassen sich kaum gesicherte
Informationen finden. Mit seinem Namensvetter, dem Wittenberger Theologen Heinrich
Gottlieb Tzschirner (1758 bis 1828), wird er zwar gelegentlich verwechselt, ist
er aber offenbar nicht verwandt; ärgerlich nur, dass das einzige immer wieder
reproduzierte, vermeintliche Porträt Samuel Tzschirners ganz offensichtlich
nicht ihn, sondern den Theologen zeigt.
Ins Licht der Öffentlichkeit trat der junge Jurist als
beliebter Armenanwalt in Bautzen und seit 1844 in der sächsischen
Anwaltsvereinigung. Er schloss sich den demokratischen Vaterlandsvereinen an
und saß seit dem April 1848 im Dresdner Landtag.
Ihm und seinen Mitstreitern erschien die Idee eines
preußisch dominierten Reichs als fauler Kompromiss. Sie wollten Österreich
unbedingt miteinbeziehen und die deutschen Grenzen nach ethnischen Kriterien
ziehen. Denn auch den Demokraten ging es nicht nur um »Einheit und Freiheit«,
sondern immer auch um imperiale Macht. Auch sie wünschten, Deutschland
»Weltgeltung« zu verschaffen.
Vor allem aber kritisierten Tzschirner und die entschiedenen
Demokraten die Paulskirchenverfassung als Republikaner: Sie wollten an der
Spitze des Reichs einen Präsidenten sehen, keinen Monarchen. Nachdem Friedrich
Wilhelm die Krone der Deutschen abgelehnt hatte, schien ihnen die Frage des Staatsoberhaupts
wieder offen. Sie verlangten eine Volksabstimmung. »Man frage das Volk in
Urversammlungen«, rief Tzschirner am 14. April 1849 im Landtag, »das Volk mag
dort seine Entscheidung darüber abgeben, ob die Verfassung nach seinem Willen
ist.« Nur Spott hatte er dafür übrig, dass die Mehrheit in der Paulskirche
selbst nach der brüsken Abfuhr durch den Preußenkönig weiterhin an der Idee des
Erbkaisertums festhielt: »Sie will wiederholt bei jenem Oberhaupte anklopfen
und dringend bitten, doch aus Güte für das Volk sich zum Oberhaupte
aufzuwerfen.«
Eine Woche später agitierte der begnadete Redner Tzschirner
die 5. Generalversammlung der sächsischen Vaterlandsvereine – also nach
heutigen Begriffen der demokratischen Partei –, die mit 70.000 Mitgliedern die stärkste
Organisation im Lande waren. Er wiederholte seine Kritik an der Konfliktscheu
der Mehrheitsdemokraten. Seine Rede elektrisierte den Saal. Man forderte die
Landtagsfraktion auf, der sächsischen Regierung keine neuen Steuern mehr zu
bewilligen. Daraufhin verließen die Kompromissbereiten (nach heutigen
Begriffen: die Realos) die Organisation und gründeten eine neue: den Blumschen
Vaterlandsverein.
Doch der Konflikt endete rasch. Unter dem wachsenden Druck
der Reaktion, das Ancien Régime zu restaurieren, schlossen sich die Reihen der
Demokraten wieder. Auf einer Volksversammlung am 30. April in Leipzig bekannte
sich Tzschirner zur Reichsverfassung. Sie bilde die Basis für den Sieg der
Demokratie in Deutschland.
Zugleich arbeitete er auf eine neue Revolutionswelle im
ganzen Reich hin. Der an allen derartigen Geheimoperationen der Radikalen
beteiligte russische Anarchist Michail Bakunin attestierte Tzschirner später,
er sei »der hauptsächliche, wenn nicht [...] einzige [...] Leiter der
Vorbereitungen für die sächsische Revolution« gewesen. Auch die von Karl Marx
im preußischen Köln redigierte Neue Rheinische Zeitung lobte den
Revolutionär: »Ohne ihn würde die Zweite Kammer, wenn auch antiministeriell und
demokratisch wohlgesinnt, nur ein Waschlappenbild gewähren. Tzschirners Energie
ist im Sachsenland eine bisher ziemlich unerhörte Erscheinung, eine
Nationalanomalie.«
Anfang Mai beginnt der Kampf. Ausgelöst wird er allerdings
nicht durch Tzschirners Agitation, sondern durch das unfähige Agieren Friedrich
Augusts. Ohne Not ruft er preußische und bayerische Truppen zu Hilfe. Erst
diese Provokation reizt die Bewegung für die Reichsverfassung zur Tat. Am 3.
Mai versucht die von Liberalen und gemäßigten (»Blumschen«) Demokraten
getragene Kommunalgarde, das Zeughaus zu stürmen, um Waffen zur Verteidigung
der Stadt gegen die fremden Truppen zu beschaffen.
Doch die königlichen Soldaten wehren den Angriff ab. Es
kommt zu einem Massaker, das 20 Menschenleben kostet. Daraufhin beginnen die
Radikalen unter Anleitung des berühmten Architekten Gottfried Semper, der
Dresdens neues Hoftheater entworfen und die Erweiterung des Zwingers geplant
hat, Barrikaden zu bauen. Sie sollten sich als äußerst wirksame
Verteidigungslinien bewähren.
Der völlig überforderte König verliert die Nerven. Am 4. Mai
flieht er mitsamt Familie und Ministern aus der Stadt und zieht sich auf die
Festung Königstein im Elbsandsteingebirge zurück. Eine Ad-hoc-Versammlung aus
Mitgliedern des Landtags ergreift die Initiative und bildet eine provisorische
Regierung. An die Spitze rücken drei Abgeordnete, welche die drei politischen
Strömungen der Revolution repräsentieren. Carl Gotthelf Todt (1803 bis 1852),
ein seit mehr als zehn Jahren engagierter Oppositioneller, vertritt das
liberale Bürgertum; aber bereits am 6. Mai flüchtet er aus Dresden. Der
sächsische »Turnvater« und Paulskirchenabgeordnete Otto Leonhard Heubner (1812
bis 1893) steht für die »Blumschen« Mehrheitsdemokraten. Schließlich
Tzschirner, der Repräsentant der radikalen Demokraten.
Er ist der Tribun des Volkes. Seine kleinbürgerliche
Herkunft teilt er mit der Mehrheit der Aktivisten von 1849, wie der Berliner
Historiker Rolf Weber und sein Kollege Hermann-Josef Rupieper aus Halle in
ihren Studien über jene 869 Männer herausfanden, die später wegen ihrer
Beteiligung am Maiaufstand angeklagt wurden. Mehr als zwei Drittel standen in
einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis. Schon deshalb sahen sie in
Tzschirner ihren Mann.
Der Aufstand ist trotz Sempers solider Barrikaden nur von
kurzer Dauer. Der provisorischen Regierung gelingt es zu keinem Moment, eine
schlagkräftige Streitmacht zu mobilisieren. Gegen reguläre Truppen bleibt sie
ohne Chance. Zwar gibt es acht- bis zehntausend Bewaffnete – unter ihnen der
36-jährige Hofkapellmeister Richard Wagner – zuzüglich der Freiwilligen aus
anderen Teilen Sachsens, und es gelingt ihnen auch zunächst, die etwa 2.000
königstreuen Soldaten zum Rückzug aus der Innenstadt zu zwingen. Aber der
Aufstand bleibt isoliert, und bereits am 5. Mai treffen weitere sächsische
Truppen ein, sowie preußische Einheiten unter Generalleutnant Friedrich von
Waldersee.
Der Versuch, die königlichen Soldaten auf die
republikanische Seite zu ziehen, ist von vornherein aussichtslos. Das liegt
nicht zuletzt an der Taktik des sächsischen Kriegsministers Bernhard von
Rabenhorst. Er hat alle als politisch unsicher geltenden Truppenteile nach
Schleswig-Holstein geschickt. Dort sollen sie den Unabhängigkeitskampf gegen
Dänemark unterstützen.
Angesichts der aussichtslosen Lage verweigern die meisten
Mitglieder der Kommunalgarde den Einsatz. Tzschirner organisiert zusammen mit
Bakunin, dem Arbeiterführer Stefan Born und Wagners Freund, dem
Hofmusikdirektor August Röckel, den Widerstand hinter den Barrikaden. Nach vier
Tagen jedoch müssen die Aufständischen kapitulieren.
Rabenhorst gewährt 2.000 von ihnen freies Geleit – in eine
der letzten Hochburgen der Reichsverfassungskampagne, nach Freiburg. Auch
Richard Wagner flüchtet. Er taucht mit falschem Pass in der Schweiz unter,
weiterhin steckbrieflich gesucht. Viele andere Kämpfer werden verhaftet. Man
treibt sie in der Dresdner Frauenkirche zusammen und interniert sie dort.
Etliche werden misshandelt.
Tzschirner entkommt. Er reist nach Frankfurt am Main und
weiter nach Baden. Zusammen mit dem Revolutionsführer Gustav Struve und dem
militärischen Organisator Johann Philipp Becker versucht er von hier aus ein
letztes Mal, die Wende zu erzwingen. Ohne Erfolg: Am 18. Juni wird die
Nationalversammlung, das »Rumpfparlament«, das sich aus Frankfurt nach Stuttgart
geflüchtet hat, von württembergischem Militär auseinandergetrieben; am 23. Juli
kapitulieren in der Festung Rastatt die letzten Freiheitskämpfer vor den
preußischen Truppen.
Tzschirner flieht wie 10.000 weitere Demokraten in die
Schweiz, die einzige Republik im damaligen Europa. In Zürich tritt er Anfang
1850 als Anführer einer »Revolutionären Zentralisation« in Erscheinung – einer
Organisation, die ohne jede Basis bleibt und in Sektierertum und
Selbstzerfleischung endet.
Aus der Schweiz ausgewiesen, wandert er 1854 über London, wo
er kurz in Kontakt mit dem von Marx und Engels geleiteten Bund der Kommunisten
kommt, in die USA aus. Auch hier ist sein Schicksal unerforscht. 1861 soll er
eine Anstellung am New Yorker Zollamt erhalten haben.
Er gehörte zu jenen »Forty-Eighters«, die mit dem Herzen in
Deutschland blieben. 1863 bittet er die sächsische Regierung um Begnadigung. Er
darf zwar zurückkehren, doch nicht als Anwalt arbeiten: Er erhält Berufsverbot.
Schwer krank, schlägt sich Samuel Tzschirner in Leipzig durch, wo er noch vor
der Reichsgründung, am 17. Februar 1870, stirbt. Am Grab spricht August Bebel.
Unter denen, die nach dem Maiaufstand verhaftet worden
waren, waren Tzschirners Genossen Heubner und Röckel. Sie traf die Rache der
alten Mächte: Im Januar 1850 wurden sie zum Tode verurteilt, später zu
lebenslanger Haft begnadigt. Heubner saß neun Jahre und Röckel zwölf Jahre
unter harten Bedingungen im Zuchthaus Waldheim.
Bleibt die Frage, ob sie nicht konsequent genug gehandelt
hatten. Sie wollten, resümiert der Historiker Manfred Hettling von der
Universität Halle-Wittenberg im Jahr 2000 in einer klugen Analyse, eine
Revolution, etwas ganz Neues, ohne das Alte zu zerstören. Ihnen fehlte, wie
bereits August Röckel 1865 in seinem lesenswerten Bericht Sachsens Erhebung
und das Zuchthaus zu Waldheim schrieb, »der entschieden rücksichtslose
Willen, die Sache um jeden Preis durchzuführen, und darum vermochten sie es
auch nicht«. Wie vielen Demokraten stand ihnen das abschreckende Beispiel der
jakobinischen Tugenddiktatur vor Augen: Sie wollten zivil bleiben und nicht
über Leichen gehen. Das macht ihr Scheitern sympathisch.
Darin unterscheidet sich ihre Haltung fundamental von der
Michail Bakunins oder Friedrich Engels’, welche die Lage weitaus abgeklärter
und weniger idealistisch beurteilten. Anders als Tzschirner wollten sie nicht
ein besseres Sachsen oder Deutschland schaffen, sondern die Verhältnisse »zum
Tanzen bringen«, um letztlich die bürgerliche Gesellschaft zu zerstören. Die
Verfassungskampagne erschien ihnen chancenlos, und sie machten zynische Witze
über die »Barrikadenordnung« der Dresdner Rebellen.
Trotz aller Niederlagen hielten Tzschirner, Heubner und
Röckel an ihrer Vision fest. Sie stehen für jene Achtundvierziger, die sich
nach dem Scheitern des demokratischen Aufbruchs der Anpassung an die
politischen Verhältnisse, nicht zuletzt an Bismarcks äußerlich so erfolgreiche
Gewaltpolitik verweigerten. Ihr bekanntester Vertreter ist der Königsberger
Arzt Johann Jacoby, der ebenso wie Tzschirner am Ende seines Lebens der
Sozialdemokratie nahestand. Man mag diese Unbeugsamkeit realitätsfremd nennen –
in ihrer Konsequenz bleibt sie bemerkenswert. Denn so offensichtlich diesen
Männern im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts die deutsche Gegenwart
abhandenkam, so gehörte ihnen doch, spätestens nach 1945, die Zukunft.

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