Der Trailer ist genial, der Film ist es leider nicht. Die Figuren sind etwas zu klischeehaft geraten: Fritz Lang spielt Fritz Lang, hier ein deutscher, gelehrter Kenner des alten Griechenlands. Ein reicher amerikanischer Produzent, hat aber mehr für Schauspielerinnen übrig als für die Kunst. Die französische Schauspielerin, gespielt von Brigit Bardot, verhält sich wie eine beleidigte 16-Jährige und wünscht sich von ihrem Mann mehr Eifersucht. Dieser, Drehbuchautor und wohl das Alter Ego von Godard, fühlt sich unverstanden und gelackmeiert.
Walter Benjamin
Schwerer ist es, das Gedächtnis der Namenlosen zu ehren als das der Berühmten.
Dem Gedächtnis der Namenlosen ist die historische Konstruktion geweiht.
Walter Benjamin, Gesammelte Schriften, Band I, Seite 1241.
Dem Gedächtnis der Namenlosen ist die historische Konstruktion geweiht.
Walter Benjamin, Gesammelte Schriften, Band I, Seite 1241.
31.03.14
Die Verachtung
Le Mépris, Regie: Jean-Luc Godard, 1963
Der Trailer ist genial, der Film ist es leider nicht. Die Figuren sind etwas zu klischeehaft geraten: Fritz Lang spielt Fritz Lang, hier ein deutscher, gelehrter Kenner des alten Griechenlands. Ein reicher amerikanischer Produzent, hat aber mehr für Schauspielerinnen übrig als für die Kunst. Die französische Schauspielerin, gespielt von Brigit Bardot, verhält sich wie eine beleidigte 16-Jährige und wünscht sich von ihrem Mann mehr Eifersucht. Dieser, Drehbuchautor und wohl das Alter Ego von Godard, fühlt sich unverstanden und gelackmeiert.
Der Trailer ist genial, der Film ist es leider nicht. Die Figuren sind etwas zu klischeehaft geraten: Fritz Lang spielt Fritz Lang, hier ein deutscher, gelehrter Kenner des alten Griechenlands. Ein reicher amerikanischer Produzent, hat aber mehr für Schauspielerinnen übrig als für die Kunst. Die französische Schauspielerin, gespielt von Brigit Bardot, verhält sich wie eine beleidigte 16-Jährige und wünscht sich von ihrem Mann mehr Eifersucht. Dieser, Drehbuchautor und wohl das Alter Ego von Godard, fühlt sich unverstanden und gelackmeiert.
23.03.14
Figaros Hochzeit
Figaro und Susanna in der Inszenierung der Kölner Kammeroper
W.A. Mozart und Lorenzo da Ponte schwächten die adelskritischen Spitzen etwas ab, erreichten so aber, dass Beaumarchais´ La Folle Journée ou le Mariage de Figaro nach einigen Jahren des Verbots 1786 schließlich doch aufgeführt werden konnte.
Ihr habt noch nichts gesehen
Zum Tode des großen französischen Regisseurs Alain Resnais.
von Dominik Graf DIE ZEIT Nº 11/2014
von Dominik Graf DIE ZEIT Nº 11/2014
19.03.14
workers against work
Der amerikanische Geschichtsprofessor Michael
Seidman hat in seinem 1991 erschienenen Buch „Workers against work.
Labor in Paris and Barcelona During the Popular Fronts“, das erst 2011
als „Gegen die Arbeit. Über die Arbeiterkämpfe in Barcelona und Paris
1936-38“ auf deutsch erschienen ist, zwei historische Beispiele
untersucht, in denen die politische Linke die Macht übernommen hat und
sich anschließend mit massiven Arbeiterwiderstand auseinandersetzen
musste. Jens Benicke hat zu diesem Buch eine Besprechung verfasst.
Der siebente Kontinent
"Der siebente Kontinent" aus dem Jahr 1989 ist der erste Kinofilm von Michael Haneke, dem radikalsten und intelligentesten Regisseur unserer Zeit. Das Alltagsleben in der kapitalistischen Gesellschaft lässt sich nicht schärfer kritisieren, als es dieser Film tut.
über den Historiker Veit Valentin
Veit Valentin war Republikaner und Weltbürger – vor
allem aber: Ein deutscher Historiker, der schreiben konnte. Sein
klassisches Buch über die Deutsche Revolution sollte jeder
Geschichtsstudent kennen. von Ralf Zerback DIE ZEIT Nº 12/2014
15.03.14
Éric Rohmer, 1969
Meine Nacht bei Maud, Regie: Éric Rohmer, 1969
Der Evangelische Filmbeobachter (Kritik Nr. 143/1970) hatte vollkommen Recht, als er schrieb: „Ein geistvoll gemachter Film, gerade in seiner kühl distanzierten Betrachtungsweise anregend zu Gedanken und Gesprächen über den Wert von Moralprinzipien und verschiedene Aspekte der Liebe. Erwachsenen zu empfehlen.“
05.03.14
Wirtschaft vor 2000 Jahren
Zur Bedeutung des Handelsverkehrs im römischen
Kaiserreich
Von einer Marktwirtschaft, im Sinne eines sich selbst
regulierenden Systems von Märkten, kann in Bezug auf des römische Kaiserreich
nicht gesprochen werden. Der Markt war im Imperium Romanum nur eine Form der
Verteilung von Gütern neben anderen. Diese anderen Formen, Subsistenzwirtschaft
und Redistribution sollen kurz skizziert werden, um im Vergleich mit ihnen die
spezifische Funktion der Märkte und Händler innerhalb eines Systems verschiedenartiger
Austauschbeziehungen analysieren zu können.
Wilhelm Reich
Der Fall Wilhelm Reich, Regie: Antonin Svoboda, Österreich 2012
Der Film ist recht konventionell aufgebaut, entwickelt aber dennoch Spannung, was der historischen Figur W. Reich und dem Schauspieler K.M. Brandauer zu verdanken ist. Es ist schon erstaunlich, dass heute überhaupt ein Film über den ziemlich vergessenen Wilhelm Reich gedreht wurde, über den es in den 70ern noch hieß, dass eine Kritik des Faschismus ohne seine Massenpsychologie des Faschismus nicht zu denken sei. Svoboda hat auch schon 2009 einen wohlwollenden Dokumtarfilm über Reich gemacht, der der DVD beiliegt. In dieser Doku wird auch Reichs Engagement in der KPD erwähnt.
Der Film ist recht konventionell aufgebaut, entwickelt aber dennoch Spannung, was der historischen Figur W. Reich und dem Schauspieler K.M. Brandauer zu verdanken ist. Es ist schon erstaunlich, dass heute überhaupt ein Film über den ziemlich vergessenen Wilhelm Reich gedreht wurde, über den es in den 70ern noch hieß, dass eine Kritik des Faschismus ohne seine Massenpsychologie des Faschismus nicht zu denken sei. Svoboda hat auch schon 2009 einen wohlwollenden Dokumtarfilm über Reich gemacht, der der DVD beiliegt. In dieser Doku wird auch Reichs Engagement in der KPD erwähnt.
Schamoni vs. Lemke
Ein großer graublauer Vogel, Regie: Thomas Schamoni, Deutschland 1969
Der erste Film des Filmverlags der Autoren. Die Handlung geht in diesem Film leider in einem Wust von Künstlertum und überambitioniertem Experimentieren unter. Das versteht kein Arbeiter.
Rocker, Regie: Klaus Lemke, Deutschland 1971
Im Mittelpunkt stehen eigentlich nicht die Rocker, sondern der jugendliche Mark, der seinen großen Bruder Ulli und Rocker (wie z.B. Gerd) bewundert. Die Form, grobschlächtige Sprache und grobkörnige Bilder, verdeckt hier nicht die Geschichte, sondern hebt sie hervor. Diese Geschichte erzählt von Marks Einstieg in die schöne aber auch rohe, raue und brutale Welt der Älteren
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Der erste Film des Filmverlags der Autoren. Die Handlung geht in diesem Film leider in einem Wust von Künstlertum und überambitioniertem Experimentieren unter. Das versteht kein Arbeiter.
Rocker, Regie: Klaus Lemke, Deutschland 1971
Im Mittelpunkt stehen eigentlich nicht die Rocker, sondern der jugendliche Mark, der seinen großen Bruder Ulli und Rocker (wie z.B. Gerd) bewundert. Die Form, grobschlächtige Sprache und grobkörnige Bilder, verdeckt hier nicht die Geschichte, sondern hebt sie hervor. Diese Geschichte erzählt von Marks Einstieg in die schöne aber auch rohe, raue und brutale Welt der Älteren
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Filme gegen Erwachsene
Paradies: Hoffnung, Regie: Ulrich Seidl, Österreich 2013
Die Mutter der 13-jährigen Melanie ist im Urlaub in Kenia und telefonisch nicht erreichbar, der Fitnesscoach im Camp ist eine Karikatur, der Arzt nähert sich ihr zunächst an, als sei er im gleichen Alter, und distanziert sich kurz darauf, als sich Melanie in ihn verliebt, ohne Erklärungsversuch. Die Erwachsenen sind hier keine Vorbilder.
Fish Tank, Regie: Andrea Arnold, GB 2009
Die 15-jährige Mia verliebt sich in Connor den Freund ihrer Mutter. Diese Mutter ist selbst noch nicht ganz erwachsen und unternimmt wenig mit ihren Töchtern, davon hebt sich Connor angenehm ab. Doch auch er erweist sich als Enttäuschung, als er Mia eines Abends verführt und vergewaltigt und sich am nächsten Morgen aus dem Staub macht.
Während bei Paradies: Hoffnung durch die Art und Weise, wie das Diät-Camp konzipiert ist, das Satirische überwiegt, ist Fish Tank ein sehr trauriger Film, in dem Hoffnung zerschlagen wird und am Ende nur die Flucht bleibt.
Die Mutter der 13-jährigen Melanie ist im Urlaub in Kenia und telefonisch nicht erreichbar, der Fitnesscoach im Camp ist eine Karikatur, der Arzt nähert sich ihr zunächst an, als sei er im gleichen Alter, und distanziert sich kurz darauf, als sich Melanie in ihn verliebt, ohne Erklärungsversuch. Die Erwachsenen sind hier keine Vorbilder.
Fish Tank, Regie: Andrea Arnold, GB 2009
Die 15-jährige Mia verliebt sich in Connor den Freund ihrer Mutter. Diese Mutter ist selbst noch nicht ganz erwachsen und unternimmt wenig mit ihren Töchtern, davon hebt sich Connor angenehm ab. Doch auch er erweist sich als Enttäuschung, als er Mia eines Abends verführt und vergewaltigt und sich am nächsten Morgen aus dem Staub macht.
Während bei Paradies: Hoffnung durch die Art und Weise, wie das Diät-Camp konzipiert ist, das Satirische überwiegt, ist Fish Tank ein sehr trauriger Film, in dem Hoffnung zerschlagen wird und am Ende nur die Flucht bleibt.
Wirtschaftspolitik um 1500
Der Ratschlag über die Monopolien als Beispiel
für Wirtschaftspolitik auf Reichsebene an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit
02.03.14
W. Waiblinger über evangelische Schulen
Nun mag es wohl auch
die Art, wie man Wissenschaft und Sprachen treibt und lehrt, gewesen sein, was
unserm ungeduldigen, besser begabten Jünglinge harte Fesseln anlegte. Man mag
über dererlei Erziehungsanstalten sagen, was man will, so bleibt immerhin wahr,
dass dem einzelnen Lehrer zuviel Gewalt überlassen ist. Sieht man, wie oft ein
solcher von äußerst beschränktem Geiste, wenn auch von vielem Wissen ist, wie
unklar, zwecklos, mit welchen Umwegen zum Ziele gearbeitet wird, wie man alles
erschwert, wie selten die Lehrer Männer von hellem Kopf und Urteil sind, wie
wenig sie die Mittel verstehen, um die Jugend zu leiten, wie wenig sie Talent
und Kraft haben, um aufkeimende Fähigkeiten zu wecken, zu nähren, auf guten Weg
zu bringen, wie gänzlich solche Stubenmenschen mit dem Leben unbekannt sind,
wie wenig sie den Menschen kennen, so kann man begreifen, wie es möglich ist,
dass oft Talente von Bedeutung gänzlich irre geleitet und in Gefahr gebracht
werden, nie mehr durch eigene Selbsterziehung verbessern zu können, was in
frühern Jahren durch die Engbrüstigkeit und Unfähigkeit der Lehrer an ihnen
verdorben wurde. Statt dass dieser im Stande sein sollte, jede Eigentümlichkeit
der Schüler herauszufinden, und je nach der Beschaffenheit des Individuums so
oder anders auf seine Rezeptivität zu wirken, macht man keinen Unterschied,
sondern treibt sie mechanisch auf eine Art zu einer Arbeit an, als wenn sie nichts als gleich gebaute Uhren wären, deren
Stahlfeder der Lehrer nach Belieben aufzöge. Diese traurige Erfahrung mag auch
auf das ohnedies so verletzbare und empfindliche Wesen unsers jungen Dichters
gewirkt haben. Jedoch studierte er mit Eifer die alten Sprachen, gehörte zu
den Besten, und war besonders für das Griechische eingenommen.
aus: Wilhelm Waiblinger: Friedrich Hölderlins Leben, Dichtung und Wahnsinn, Winter 1827/28.
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