ein interessanter Artikel über den deutschen Sozialist Richard Wagner (aus der Zeit vom 28.2.2013):
Dresden ist für viele vor allem ein Museum des Barock. Doch die Geschichte der sächsischen Residenzstadt kennt noch ganz andere Seiten. So wird sie in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts, als Hauptstadt des ökonomisch am weitesten entwickelten deutschen Staates, zu einem Laboratorium der Moderne. Nicht zuletzt im politischen Sinne: Denn der wirtschaftliche Aufschwung weckt Forderungen nach Emanzipation – im Bürgertum wie in den Unterschichten. Das Königreich Sachsen wird zur Hochburg der Demokratie und zur Wiege der Arbeiterbewegung in Deutschland. Im Vormärz findet die "deutschkatholische" Bewegung des charismatischen Priesters Johannes Ronge regen Zulauf: Ronge lehnt den Zölibat ab und den päpstlichen Absolutismus. Ebenfalls vor 1848 wirken in Sachsen bereits etliche demokratische Organisationen, zum Beispiel Robert Blums Leipziger "Redeübungsverein". Wie sonst nur in Baden und Berlin gewinnen die Demokraten hier echten Einfluss. In dieser politisch avantgardistischen Atmosphäre wirkt auch Richard Wagner.
Walter Benjamin
Schwerer ist es, das Gedächtnis der Namenlosen zu ehren als das der Berühmten.
Dem Gedächtnis der Namenlosen ist die historische Konstruktion geweiht.
Walter Benjamin, Gesammelte Schriften, Band I, Seite 1241.
Dem Gedächtnis der Namenlosen ist die historische Konstruktion geweiht.
Walter Benjamin, Gesammelte Schriften, Band I, Seite 1241.
11.03.13
Der Fall Tulajew
André Breton, Victor Serge, Benjamin Péret und dessen Frau, 1939.
«Der Fall Tulajew», der 1948 postum erschienene Roman des Schriftstellers Victor Serge über die stalinistischen Säuberungen der dreissiger Jahre, ist eine sentationelle Wiederentdeckung. In einer erzählerischen Montageform, in der französische und russische Tradition sich gegenseitig ergänzen, hat das Buch für den unbeschreiblichen Terror eine zwingende moderne Form gefunden, schreibt Stefana Sabin in der NZZ vom 9.3.2013
07.03.13
Hannah Arendt im Kino
Die mad-men-mäßige sixties Atmosphäre ist nett und es ist clever nur einen kurzen Abschnitt aus Arendts Biografie zu erzählen. Barbara Sukowa spielt eine sympatische, schlagfertige Arendt. Spannend sind aber vorallem die Diskussionen zwischen dieser und Hans Jonas, der das Konzept von der Banalität des Bösen von Beginn an kritisiert.
04.03.13
Dr. Caligari
Das Cabinet des Dr. Caligari, D 1920, Regie: Robert Wiene
Man merkt den Bildern an, dass es ein sehr früher Film ist, z.B. sind die Gesichter tendenziell überbelichtet. Der Film ist nicht zu lang, sodass es spannend bleibt. Der Schluss ist verblüffend, Martin Scorsese hat sich hier wohl für Shutter Island bedient. Die Bauten erinnern stark an Theaterkulissen und an Gemälde von Ernst Ludwig Kirchner.
02.03.13
eine andere Ausstellung
Die Schenkung einer ungewöhnlichen Sammlung ist der Anlass für eine ebenso ungewohnte Ausstellung im Museum Rietberg: Maos Mango-Kult und die Politpropaganda der Kulturrevolution stehen im Zentrum dieser neuen Sonderschau. Philipp Meier in der NZZ vom 22.2.2013
eine Ausstellung
Volker Ulrich bespricht in der Zeit vom 21.2.2013 eine Ausstellung zur
Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung:
Es waren nur zwölf Delegierte aus elf Städten, die am 23. Mai 1863 in Leipzig
zusammenkamen, um unter Führung Ferdinand Lassalles den Allgemeinen Deutschen
Arbeiterverein (ADAV) zu gründen. Aus kleinen Anfängen entwickelte sich im
Laufe der Jahrzehnte eine bedeutende gesellschaftliche und politische Kraft –
die sozialdemokratische Arbeiterbewegung, ohne die Freiheit, Demokratie und
Sozialstaat in Deutschland nicht zu denken wären.
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