Walter Benjamin

Schwerer ist es, das Gedächtnis der Namenlosen zu ehren als das der Berühmten.
Dem Gedächtnis der Namenlosen ist die historische Konstruktion geweiht.

Walter Benjamin, Gesammelte Schriften, Band I, Seite 1241.

28.03.17

Kino

Elle, Regie: Paul Verhoeven, 2016
Der erste Film, den ich von Verhoeven gesehen habe, aber nicht der erste mit Isabelle Huppert. Der Film ist spannend und gut gespielt, der Plot ist aber einen Tick zu überdreht, als ob sie versucht hätten, eine ganze Fernsehserie in einen Film zu packen.

Das unbekannte Mädchen, Jean-Pierre und Luc Dardenne, 2016
Im SZ-Interview sagen die Regisseure ihr Ziel als Filmemacher sei durchaus, der Gesellschaft wie die Ärztin Jenny den Puls zu fühlen. Das Politische ist hier deutlicher als bei Filmen von Christian Petzold, aber unaufdringlicher als bei Ken Loach.

Der junge Marx, Regie: Raoul Peck, 2017
Natürlich müsste man einem Revolutionär auch einen formal revolutionären Film widmen, aber wahrscheinlich ist das nicht so leicht, wenn man nicht Sergej Eisenstein heißt. Deswegen ist es besser einen solchen konventionellen Film zu machen, was ja in Deutschland nie jemand unternommen hat, um die Zeit, ihre Helden und Diskussionen kurz vorzustellen. Das ist durchaus gelungen, auch wenn Wilhelm Weitling etwas zu schlecht wegkommt. Leider war außer mir nur ein anderer Zuschauer im Kino, was dem Abend eine melancholische Note verpasste.

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