Walter Benjamin

Schwerer ist es, das Gedächtnis der Namenlosen zu ehren als das der Berühmten.
Dem Gedächtnis der Namenlosen ist die historische Konstruktion geweiht.

Walter Benjamin, Gesammelte Schriften, Band I, Seite 1241.

16.12.12

Lacombe Lucien




















Lacombe Lucien, Frankreich 1973, Regie: Louis Malle

Lucien, ein Bauernjunge, der außer seinem Dorf noch nicht viel von der Welt gesehen hat und dessen Vater in Gefangenschaft ist, möchte sich 1944 der Resistance anschließen. Als Eintrittskarte könnte, so malt er es sich aus, ein gewilderter Hase dienen, doch der Lehrer, der den Kontakt vermitteln könnte, lehnt ab. Lucien lernt bald darauf die örtlichen Helfer der Gestapo kennen und schließt sich ihnen an.
Obwohl alle Figuren übertrieben typenhaft gezeichnet sind, dass Lucien ein einfacher Bursche ist, hat man schon nach der ersten Hälfte, der von ihm im ganzen Film abgemurksten Tiere begriffen, ist es ein guter Film, der untersucht, worin die Anziehungskraft des Faschismus gelegen hat.

14.12.12

To Live



















Huozhe / Leben, China / Hong Kong 1994, Regie: Zhang Yimou

Zahng Yimou, der später mit martial arts Filmen wie Hero oder House of Flying Dagggers bekannt wurde, drehte mit Leben einen Geschichtsfilm über China zwischen den 40er und den 70er Jahren. Aus der Perspektive einer Familie, die sich durch die vielen Schicksalsschläge als Stehaufmännchen zu bewähren hat, geht es um den Bürgerkrieg zwischen Kommunisten und Kuomintang, um "den großen Sprung nach vorn" und dann um die Kulturrevolution. Familienvater Fui Gui verdient sein Geld mit einem Schattentheater, das zur Metapher für den politischen Wandel wird und als Anachronismus in die neue Zeit hineinragt.


Blog-Archiv