1963 hielt Adorno
den Vortrag Tabus über dem Lehrberuf, in dem er einige Motive der Abneigung
gegen den Lehrberuf skizzierte:
- Der Lehrer ist der Nachkomme von griechischem Sklaven, Mönch, Schreiber und Hofmeister.
- Er hat sich anders als die freien Beruf nicht in der Konkurrenz zu bewähren.
- Man nimmt seine Macht, da er sie nur über Kinder ausübt, nicht ernst.
- Alle Pädagogik hat das Problem, dass „die Sache, die man betreibt, auf die Rezipierenden zugeschnitten wird, keine rein sachliche Arbeit um der Sache willen ist.“
- Lange Zeit übten Lehrer körperliche Gewalt aus.
- Man betrachtet ihn, „weil er in eine Kinderwelt eingespannt ist“, auch in erotischer Hinsicht nicht als Erwachsenen.
- Man wirft ihm Weltfremdheit vor.
- „Die Zivilisation, die er ihnen antut, die Versagungen, die er ihnen zumutet, mobilisieren in den Kindern automatisch die imagines des Lehrers, die im Laufe der Geschichte sich angehäuft haben.“
- „Es ist darum so verzweifelt schwer für die Lehrer, es recht zu machen, weil ihr Beruf ihnen die in den meisten anderen Berufen mögliche Trennung ihrer objektiven Arbeit (…)vom persönlichen Affekt verwehrt.“







