Walter Benjamin
Schwerer ist es, das Gedächtnis der Namenlosen zu ehren als das der Berühmten.
Dem Gedächtnis der Namenlosen ist die historische Konstruktion geweiht.
Walter Benjamin, Gesammelte Schriften, Band I, Seite 1241.
Dem Gedächtnis der Namenlosen ist die historische Konstruktion geweiht.
Walter Benjamin, Gesammelte Schriften, Band I, Seite 1241.
23.06.16
Das letzte Gefecht
Unter dem Titel "Das letzte Gefecht" hat Jan Gerber eine Reihe von Aufsätzen und Referaten zu einem schmalen Buch zusammengestellt, in dem er der Frage nachgeht, wie sich die weltpolitische Konstellation des Kalten Krieges auf die außerparlamentarische Linke in Deutschland auswirkte. Das Buch ist stimmig gegliedert und scheut sich nicht, auch Schulbuchwissen zu rekapitulieren, wo es zum Verständnis der linken Ideengeschichte hilfreich ist. Vier Hauptthesen lauten: Die Oktoberrevolution von 1917 blieb bis 1989 Bezugspunkt, weil sie siegreich war und so Symbol für die Veränderbarkeit der Welt wurde; Ab 1941 galt die Sowjetunion, nach dem Versagen des Westens z.B. im Spanischen Bürgerkrieg als antifaschistische Macht; Wegen der Politik der USA in den 50er und 60er galt die Sowjetunion auch als „antiimperialistischen“ Kraft, obwohl sie ja im eigenen Herrschaftsbereich das „Selbstbestimmungsrecht der Völker“ nicht achtete; An diesen Ideen (Revolution, Antifaschismus und Antiimperialismus) habe sich die westdeutsche Linke orientiert.
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