Walter Benjamin

Schwerer ist es, das Gedächtnis der Namenlosen zu ehren als das der Berühmten.
Dem Gedächtnis der Namenlosen ist die historische Konstruktion geweiht.

Walter Benjamin, Gesammelte Schriften, Band I, Seite 1241.

02.11.13

Filme IV

Zero Dark Thirty, Regie: Kathryn Bigelow, 2012
Ein nicht kitschiger Film, weil er Widersprüche zeigt. Ausgehend von der islamistischen Gewalt des 11.9.2001 zeigt er die Jagd auf Osama bin Laden und rückt damit die staatlichte Gewalt in den Blick. Die CIA-Agentin Maya, deren Privatleben und deren Gefühle nicht gezeigt werden, personifiziert den Staat.


Lornas Schweigen,  Regie: Jean-Pierre und Luc Dardenne, 2008
Ebenfalls ein sehr guter Film. Er erinnert an die Filme von Michael Haneke und Christian Petzold. Wikipedia zitiert einige treffende Pressestimmen:
Die Filmzeitschrift epd Film schrieb, das Kino der Brüder Dardennes sei eine „elliptische Kunst“. Was nicht wichtig sei für die innere Wahrheit einer Sequenz, werde ausgespart. Kein Bild, kein Ton scheine bei ihnen überflüssig. Die großen dramatischen Gesten verkneife man sich. Keine „aufstöhnende Musik, keine langwierigen Tränenausbrüche, keine ausgespielten inneren Abgründe. Und dennoch geht es um alles und das in jeder Einstellung. Um Sterben und Leben, Schuld und Unschuld. Und nichts davon ist eine Sache von Märtyrertum oder höherer Gerichtsbarkeit.“
Cinema bezeichnete den Film als „radikalen Realismus für Cineasten: Der Zuschauer als nüchterner Beobachter einer unsentimentalen Erzählung, die Durchhaltevermögen erfordert“, und kam zu dem Fazit „beklemmendes Kunstkino mit toller Darstellerin“.
Michael Ranze schrieb im Hamburger Abendblatt, der Film sei „eine hoch moralische und doch sehr einfache Geschichte über den Warenwert menschlicher Beziehungen.“ Lange habe man keinen Film mehr gesehen, in dem so oft Geld gezählt und übergeben, versteckt und gezahlt werde. Lorna lade dadurch, ihrem Traum von einem besseren Leben alles unterzuordnen, Schuld auf sich.

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