Walter Benjamin

Schwerer ist es, das Gedächtnis der Namenlosen zu ehren als das der Berühmten.
Dem Gedächtnis der Namenlosen ist die historische Konstruktion geweiht.

Walter Benjamin, Gesammelte Schriften, Band I, Seite 1241.

29.05.12

Alain Resnais



















nuit et brouillard / Nacht und Nebel, Frankreich 1955.

Der erste Dokumentarfilm über die deutschen Konzentrationslager. Er entfaltete in den fünfziger Jahren große Wirkung, wie z.B. Wolfgang Fritz Haug, damals aktiv in der Anti-Atomtod-Bewegung, berichtet. Das kann man gut nachvollziehen, denn der Film ist sehr dicht gestaltet, er ist auch nur 32 Minuten lang. Musik (von Hans Eisler), Text (dt. Übersetzung von Paul Celan) und Bild sind genau aufeinander abgestimmt. Zum erstenmal wurden auch Aufnahmen von Leichenbergen gezeigt, die heute wohl weniger schockieren als in den Fünfzigern. Komischerweise wird einem eher bei den Farbaufnahmen, die 54/55 enstanden sein müssen und die ehemaligen Lager zeigen, klar, was geschah. Vielleicht weil man merkt, dass es nicht eine andere Welt ist, die des Schwarweißfilms, die genauso weit weg ist wie etwa der Dreißigjährige Krieg, in der das geschah, sondern es passierte unserer Welt in unserer Zeit, in der des Farbfernsehens.
Dass der Film heute anders wirkt, darauf reflektiert auch Christian Petzold in Die innere Sicherheit.
Ebenfalls aus den Fünzigern ist der Spielfilm Die Brücke am Kwai. Und auch er handelt vom Zweiten Weltkrieg, womit aber schon alle Gemeinsamkeiten genannt sind. Denn es ist ein eher belangloser Abenteuerfilm, zugleich ein Requiem für den englischen Kolonialoffizier und seine zivilisatorischen Leistungen.

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