Die Passion der Jungfrau von Orléans, Regie: Carl Theodor
Dreyer, 1928.
Ein Beispiel dafür, um wie viel radikaler und schöner als
heute die Filmkunst der 20er Jahre war. Formale Strenge (Einheit von Zeit, Ort
und Handlung; schwarzweiße und stumme Bilder; leere Räume) schärft den Blick
für die inhaltliche Auseinandersetzung: der Glaube von Jeanne steht der
(theologischen) Vernunft des Gerichts gegenüber. An der filmischen Gestaltung (geprägt durch halbnahe und
nahe Einstellungen) kritisiert Michael Kienzl: „So oft er das menschliche Antlitz in seiner Bösartigkeit
oder seinem Leiden in den Mittelpunkt rückt, so oft drängt er es auch an den
Bildrand, als Bestandteil fast abstrakter Kompositionen. In den flachen, mit
hohen Brennweiten aufgenommenen Bildern von Kameramann Rudolph Maté finden sich
noch deutliche Spuren des Expressionismus: in den Mustern von Fenstergittern,
extremen Unter- und Aufsichten, den schiefen Einstellungen oder dämonisch
wirkenden Schatten. Die genaue räumliche Anordnung der Figuren bleibt dabei
weitgehend ein Mysterium. Statt sich an Establishing Shots orientieren zu
können, ist der Zuschauer in einem Wirrwarr sich widersprechender Blickachsen
gefangen.“
Beltracchi – Die Kunst der Fälschung, Regie: Arne
Birkenstock, 2014
Dieser Film war eine positive Überraschung. Er ist gut
aufgebaut, unterhaltsam, lustig und wirft Fragen zu Kunst und Gesellschaft auf.
The Counselor, Regie: Ridley Scott, 2013
Der Film zeigt die Gewalt als farbenfrohes Spektakel, Leid
wird zur läuternden Lebenserfahrung aufgeblasen. Ein (was gut ist) verstörender, aber
überambitionierter und letztlich nihilistischer Film.
The Wolf of
Wallstreet, Regie: Martin Scorsese, 2013
Es gibt hier sehr starke Szenen (DiCaprio als Jordan Beldort
fährt unter Drogeneinfluss seinen Sportwagen nach Hause; Jordan Belfort lotet
auf seiner Jacht bei einem Gespräch mit einem Kriminalpolizisten aus, ob er
diesen bestechen kann) allerdings gibt es auch Redundanzen (z.B. wenn die
zehnte wilde Party gezeigt wird).
The Hurt Locker, Regie: Kathryn Bigelow, 2008
Nicht nur extrem spannend, sondern durch den Blick auf die
Männlichkeit der Soldaten auch psychologisch interessant. „Visuelle Poesie für
die Eingeweide.“– A. O. Scott: The New York Times
Brigadistas, Regie: Daniel Burkholz, 2007
Dieser Dokumentarfilm über
Veteranen des spanischen Bürgerkriegs ist leider schlecht gemacht. Statt die
Geschichte in den Mittelpunkt zu rücken, stehen kitschige Festakte im
Vordergrund. Die Interviewten kommen immer nur kurz zu Wort und sind auf Grund
von Hintergrundgeräuschen schlecht zu verstehen. Schade.
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