„Es war die erste
Nacht ohne das ferne Artilleriefeuer, es war die ganze Nacht still. Der Hund
schlief auf dem steinernen Fussboden, und ich hörte seinen unregelmässigen Atem.
Er zuckte mit den Pfoten, manchmal träumte ihm wohl. Ich lag im grauenvollen
Nachthemd auf dem Holzbett, zerdrückte die Flöhe und das andere Getier, das mir
auf der Haut herumlief, und rauchte Zigaretten. Die Laken waren schmutzig, und
das Kissen roch nach Menschentalg, so konnte ich nicht schlafen.“
So beginnt der
dystopische Roman „Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten“. Er
handelt von der letzten Phase des hundertjährigen Krieges einer schweizerischen
Sowjetrepublik und seiner afrikanischen Verbündeten gegen die deutschen
Angreifer. Man merkt dem Buch an, dass Christian Kracht an den rund 140 Seiten, wie er
2008 in einem Fernsehinterview sagte, vier Jahre arbeitete. Die schweizerische
Orthografie ist nur ein kleines Beispiel dafür, dass hier alles durchdacht ist.
