Die Biografie über Friedrich Pollock, den Organisator des Frankfurter Instituts für Sozialforschung ist sehr gut recherchiert und gekonnt geschrieben. Die ersten beiden Kapitel beschreiben seine Herkunft aus dem jüdischen Bürgertum, man muss an die „Effingers“ denken. Die Freundschaft zu Max Horkheimer, die in Stuttgart entsteht, zieht sich als roter Faden durch das Buch. Dessen Kapitel zeichnen die wichtigsten Diskussionen nach, die in den 20er bis 50er Jahren am Institut geführt wurden, über die Möglichkeiten der Planwirtschaft, den Charakter des Nationalsozialismus und die Automatisierung der Industrie. Da Pollock einige Jahre in New York und Kalifornien lebte, streift der Biograf auch die amerikanische Geschichte. Interessant ist z.B., dass die deutschsprachigen Exilanten während des Korea-Krieges sehr ernsthaft befürchteten, dass die amerikanische Westküste Schauplatz von Kämpfen werden könnte.
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