Walter Benjamin

Schwerer ist es, das Gedächtnis der Namenlosen zu ehren als das der Berühmten.
Dem Gedächtnis der Namenlosen ist die historische Konstruktion geweiht.

Walter Benjamin, Gesammelte Schriften, Band I, Seite 1241.

14.10.15

Dominik Graf: Die geliebten Schwestern (2014)


















thüringische Hirten-Szene anno 1788

Wenn ich mich recht erinnere, fordert Schiller in naive und sentimentalische Dichtung, die Idylle nicht in Griechenland und in der Antike zu platzieren, weswegen dann z.B. auch der Tell mit einer idyllischen Szene beginnt. Demnach wären dem Regisseur hier einige idyllische Szenen in Schillers Sinne gelungen, die "den Menschen im Stand der Unschuld, d.h. in einem Zustand der Harmonie und des Friedens mit sich selbst und von außen dar[zu]stellen." Eine gute Sache für die 90 Minuten im Kino, denn "die Idee dieses Zustandes allein und der Glaube an die mögliche Realität derselben kann den Menschen mit allen den Übeln versöhnen, denen er auf dem Weg der Kultur unterworfen ist (...)." Schiller, Über naive und sentimentalische Dichtung, 1795

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