Walter Benjamin

Schwerer ist es, das Gedächtnis der Namenlosen zu ehren als das der Berühmten.
Dem Gedächtnis der Namenlosen ist die historische Konstruktion geweiht.

Walter Benjamin, Gesammelte Schriften, Band I, Seite 1241.

30.04.15

vier Defa Filme

Die Deutsche Film AG, kurz DEFA, war ein volkseigenes Filmunternehmen der DDR mit Sitz in Potsdam-Babelsberg. Die DEFA drehte etwa 700 Spielfilme, 750 Animationsfilme sowie 2250 Dokumentar- und Kurzfilme.

Der Rat der Götter, Regie Kurt Mätzig, 1950, Musik: Hans Eisler
Reclams Filmführer kritisiert, der Film sei zu "plakativ" und "überdeutlich". Tatsächlich sind die Figuren recht typenhaft gezeichnet. Doch was die Handlung angeht, hat sich Regisseur Kurt Mätzig, wie er im Interview berichtet, strikt an die Prozessakten des I.G.-Farben-Prozesses (14. August 1947 – 30. Juli 1948) gehalten. (Ausnahme: Deutung der Explosion am 28.7.48 im BASF-Werk Ludwigshafen). So wenig weiß ich also über die Rolle der I.G.-Farben im Nationalsozialismus, dass ich manche Fakten für DDR-Propaganda hielt.
Die Vermeidung formaler Eskapaden ist wohl dem sozialistischen Realismus geschuldet.

Der geteilte Himmel, Regie: Konrad Wolf, 1964
Hier handelt es sich um einen Essay in Filmform. Studentin Rita verkörpert die Gründe, die es gibt, in der DDR zu bleiben, ihr Freund Manfred steht für die Option auszuwandern. Die Figuren tragen ihre Argumente nicht explizit vor, sondern man sieht ihnen zu, wie sie im Laufe der Zeit ihre politische Haltung entwickeln und persönliche Konsequenzen ziehen. Dem Film fehlt alles, was man unter Spannung versteht.

Die Legende von Paul und Paula, Regie: Heiner Carow, 1973
Der Film war ein Kassenschlager. Er ist auch nicht ganz schlecht. Aber die Naivität von Paula und der Karierismus und dann die klischeehafte Verliebtheit von Paul nerven. Doch etwas zu kitschig.

Nackt unter Wölfen, Regie Frank Beyer, 1962
Siehe dazu den Artikel von Jens Bisky (SZ, 31.3.2015):





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